„Nun leg doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage“.

 

Einen Spruch, den sicherlich schon viele hochsensible Menschen gehört haben.

Wird man als Hochsensibler immer wieder im Alltag damit konfrontiert, fängt man wohlmöglich an, seine eigene Wahrnehmung irgendwann in Frage zu stellen. Insbesondere diejenigen unter uns, die den Begriff der Hochsensibilität noch nicht kennen oder zu verdrängen suchen, laufen Gefahr, das Feedback aus dem Außen vor ihre eigene Intuition zu stellen: Bin ich zu empfindlich? Sehe ich das zu kleinkariert?

 

Als hochsensibler Mensch bist du sehr wohl in der Lage, Feinheiten der Sprache zu erkennen und Nuancen wahrzunehmen. Du erkennst, ob das Bild deines Gegenübers stimmig und rund ist.

Passen Tonfall und Gesagtes nicht zusammen, merken HSP dies. Auch, wenn Gestik und Mimik nicht authentisch sind.

Und tatsächlich können HSP sehr empfindlich reagieren, wenn man sie mittels manipulativer Aktionen wie Subtext oder Double-Binds in eine bestimmte Richtung lenken möchte.

Soweit zum Außen.

 

Wie aber sieht dein eigenes Wording aus?

Warum ich das frage?

Deine Gedanken kreieren deine Sprache und deine Sprache beeinflusst dein Tun.

 

Aus negativen Gedanken entwickeln sich Formulierungen wie

  • Das können Andere besser als ich
  • Ich würde ja gerne, aber…
  • Ich will nicht egoistisch wirken
  • Ich bin es nicht wert, dass…
  • lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

usw.

 

Aus unseren Ängsten und alten Glaubenssätzen entwickeln sich negative Sprachmuster, die unser Handeln – im Sinne einer self fulfilling prophecy – beeinflussen.

 

In diesem Kontext spielt auch die so genannte selektive Aufmerksamkeit eine wichtige Rolle.

Ähnlich einem Trichter werden unbewusst diejenigen Aspekte herausgefiltert, die die eigenen Annahmen bestätigen: Das kann ich eh nicht – Ich sollte die Finger davon lassen – Scheitern werde ich ja sowieso…

So formt sich dieses mehr und mehr zu deiner subjektiven Wahrheit.

 

Ausgeblendet werden in diesem Zusammenhang aber alle Erfolgserlebnisse und positive Ereignisse. So lange du dich weiterhin auf alles konzentrierst, was du nicht kannst und wo dir schon Fehler unterlaufen sind, wirst du dich geradewegs in diese Richtung bewegen.

 

Frage dich zum Beispiel lieber

  • Was schätzen Freunde an mir
  • Welche Werte zeichnen mich aus
  • Worin bin ich besonders gut
  • Warum werde ich oft um Rat gefragt
  • Was ist das Besondere an meiner Persönlichkeit
  • Was ist mir wirklich wichtig in meinem Leben

 

Das, worauf du dich im Alltag fokussierst, lädst du in dein Leben ein.

Du hast die Wahl!

 

In diesem Sinne, alles Liebe

 

Melanie

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