Triggerpunkte

Jemandem ist aufgefallen, dass dir bei deiner Aufgabensammlung ein Fehler unterlaufen ist und macht dich darauf aufmerksam. Dir ist das total unangenehm und du würdest am liebsten aus der Situation flüchten.

In einer geselligen Runde möchtest du dich aktiv am Gespräch beteiligen. Aber immer, wenn du gerade zu sprechen ansetzt, fällt dir schon wieder jemand ins Wort und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Du bist wütend über so viel Grobholzigkeit.

Mitten im Gespräch lenkt dein Gesprächspartner seine Aufmerksamkeit auf einen anderen Menschen oder Situation im Raum. Wohlmöglich dreht er sich noch gänzlich von dir weg. Beschämt fühlst du dich wie bestellt und nicht abgeholt.

Diese Liste ließe sich noch endlos fortsetzen: Du verhaspelst dich vor Publikum – du hast etwas vorschnell geäußert, was so nicht rüberkommen sollte – von einem Freund wünschst du dir Loyalität, stattdessen fällt er dir in den Rücken – jemand, der dir wichtig ist, hält eine Absprache nicht ein usw.

Alle diese Beispiele, so unterschiedlich sie auch erscheinen mögen, haben alle eins gemeinsam: sie drücken deine Triggerpunkte.

Du fühlst dich wütend, traurig, verärgert, beschämt, peinlich berührt und oftmals hilflos. Doch warum ist das so?

Nehmen wir das Beispiel mit dem Gesprächspartner, der sich offensichtlich abwendet und seine Aufmerksamkeit auf eine andere Person lenkt. Der zugrundeliegende Trigger wird mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas mit dem Thema „Sichtbarkeit“ zu tun haben.

Was ist es, was dich beschämt zurücklässt? Horche einmal in dich hinein, wo es in deinem Leben ähnliche Situationen gab. Von welchen wichtigen Menschen hast du dich nicht gesehen gefühlt? Wer hat dir nur unzureichend Aufmerksamkeit geschenkt? Schau dir deine persönlichen Beispiele noch einmal an, fühle in sie hinein. Wo bist du als Kind verletzt worden, so dass dieser aktuelle Fall dich so triggert?

Wer sich diese Mühe macht und den schmerzhaften Prozess durchläuft, wird seinen „roten Faden“ und die zugrundeliegenden Muster erkennen.

Aber wozu überhaupt?

Um seine Triggerpunkte zu wissen hilft, Kränkungen, Verletzungen und Schamgefühle neu einzuordnen. Die Erkenntnis, dass du weißt, woher diese Gefühle rühren, hilft dir dabei, in der jeweils aktuellen Situation zu erkennen, was gerade so schmerzt. Dein Wissen darum ist also ein erster Schritt, deinem Gegenüber nicht mehr Raum zu geben. Der Prozess der Bewusstwerdung kann durchaus schmerzhaft sein, doch lohnt sich dieser Weg und genau auf diesem Weg wünsche ich dir alles Liebe und Gute,

Melanie

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