In meinem Blogartikel „Mit wem umgibst du dich“ bin ich darauf eingegangen, wie wichtig eine Umfeldanalyse ist, um zu schauen, welche Menschen aus deiner Umgebung dir Kraft rauben, dich kleinreden oder mutlos machen.

Heute jedoch möchte ich mich gerne DIR ganz persönlich widmen.

Warum? Weil wir mitunter dazu neigen, unsere größten Saboteure zu sein:

 

Sabotage 1: Perfektionismus

 

Du möchtest alles richtig machen?

Halbgare Projekte kommen nicht auf deinen Tisch?

Wenn – dann richtig oder gar nicht?

Wer alles richtig machen möchte, kann versichert sein, im Kielwasser vieler Gleichgesinnter zu schwimmen. Ein Maß an Perfektionismus kennt jeder von uns. Man möchte sich keine Blöße geben, sich vor Anderen nicht blamieren, sich aufgrund von Fehlern angreifbar machen. Sehr bekannt, sehr menschlich.

Hinderlich wird Perfektionismus aber dann, wenn du

  •     durch dein permanentes Gedankenkarussell nicht ins Handeln kommst
  •     in die Falle der „Aufschieberitis“ tappst – die perfekte Lösung ist ja noch nicht da
  •     vor lauter Für und Wider den ersten Schritt nicht gehst
  •     die Messlatte so hoch anlegst, dass du quasi scheitern musst
  •     die Freude am deinem Tun verlierst

 

Fang mit kleinen Schritten an. Baue deinen Erfolg in deinem Tempo auf, so hälst du die Motivation und die Freude hoch.

Erlaube dir Fehler. Sie gehören zum Leben dazu. Betrachte sie als Übungsfeld.

Unterziehe deine Befürchtungen einem Faktencheck: droht dir tatsächlich die Apokalypse, wenn dein Projekt nicht 100% läuft?

Sei milde und nachsichtig mit dir. Nur wer nichts tut, der kann auch keine Fehler machen.

 

Sabotage 2: Hirn ohne Herz

Du hast deinen Businessplan, dein Projekt, deine Beziehung oder dein Thema akribisch durchgeplant. Doch irgendwie stellt sich der Flow nicht ein. Es fühlt sich noch nicht rund und gesättigt an. Du hast x Ratgeber gelesen, Tutorials angeschaut, YouTube-Kanäle abonniert und trotzdem…irgendetwas fehlt.

Horch hier einmal auf deine Intuition. Hast du deine Emotionen berücksichtigt? Ploppen unter Umständen negative Emotionen auf? Nun, die fühlen sich natürlich nicht schön an, dennoch wollen sie dir etwas mitteilen und gehört werden. Der Ratgeber war vielleicht ganz interessant, aber ist es dein Weg? Allzu häufig verlassen wir uns auf das Außen. Holen uns Tipps und Verhaltensregeln von Anderen ein. Gehen dann jedoch ihren Weg, nicht unseren! Vertraue auf deine emotionale Intelligenz. Fühlt es sich richtig an? Dann los! Fehlt noch etwas? Dann vertrau deinem Bauchgefühl.

 

Sabotage 3: falsche Fokussierung

 

Dein Kopfkino läuft auf vollen Touren. Sämtliche Szenarien des Scheiterns werden in deinem Hirn hin- und hergekegelt. Dein Selbstvertrauen sinkt gen Null. Du bist davon überzeugt, dass deine Idee, dein Thema oder Projekt zum Worst-Case wird.

Das zugrundeliegende Phänomen nennt sich „selektive Aufmerksamkeit“.

Dein Fokus liegt in diesem Moment auf allem, was du vermeintlich nicht kannst.

Du suchst Gründe dafür, etwas nicht zu tun oder endlich anzupacken.

Positives wird ausgeblendet.

 

Obig genannte Prozesse laufen häufig unbewusst und automatisiert ab.

Daher besteht ein erster Schritt darin, sich dieser Mechanismen bewusst zu werden. Erst, wenn du deine Blockaden und alten Glaubenssätze reflektierst, kannst du ins Handeln kommen. Vielleicht haben dir diese alten Glaubenssätze einmal Sicherheit gegeben. Haben sie aber heute noch Bestand? Helfen Sie dir tatsächlich aktuell weiter oder gehören sie einer vergangenen Generation an?

Frage dich stattdessen:

Worin bin ich besonders gut

Wo liegen meine Talente

Was schätzen Andere an mir…

 

Sabotage 4: Vergleiche

 

Wer vergleicht, kommt quasi immer schlecht weg.

Es findet sich immer eine Person, die etwas besser, erfolgreicher und mutiger durchgezogen hat. Quintessenz ist: du fühlst dich motivationsloser, schwächer und/oder gehemmt in deinem Vorhaben.

Begleitet werden diese Vergleiche oft von dem Gedanken:

Andere sind sowieso besser

Was ich kann, ist doch eh nichts Besonderes

Mein Thema ist kein Novum, das gab es schon x-Mal

 

Und wenn schon. Vielleicht hast du das Rad nicht neu erfunden. Du beschäftigst dich mit etwas, was es auf der Welt schon gibt. So what?!

Wer sagt denn, dass genau dein Wording, deine Beispiele und dein Vorgehen keine Zielgruppe findet? Du bist vielleicht eher introvertiert? Prima, denn dann sprichst du genau die „Stillen“ unter uns an. Du hast ein Projekt mal so richtig gegen die Wand gefahren? Hervorragend. Sei Vorbild und schildere Anderen, welche Fehler dir unterlaufen sind und wie du trotzdem mutig deinen Weg fortgesetzt hast.

Eine Anregung dafür findest du zum Beispiel hier: http://fun-ruhr.de/

 

Sabotage 5: Priorisierung

 

Du gehörst zu denjenigen, die sich dann wohlfühlen, wenn es Anderen gut geht? Dein Harmoniebedürfnis ist stark ausgeprägt, daher gehst du unangenehmen Diskussionen oder Streitgesprächen gerne mal aus dem Weg? Du bist mehr im Außen als im Innen?

Dann wirst du dich wahrscheinlich darin erkennen, dass du

⁃             jederzeit ein offenes Ohr für deine Mitmenschen hast

⁃             du die Bedürfnisse Anderer vor deine eigenen stellst

⁃             du häufiger deine „rote Grenze“ überschreitest

⁃             deine Bedürfnisse, Wünsche und Emotionen auf der Strecke bleiben

 

In meiner Ausbildung zum OpenMind-Coach ist mir ein prägnanter Satz sehr in Erinnerung geblieben, der da lautet:

„Der Meister kümmert sich immer zuerst um sich selbst!“

Wenn du mit all deinen Potenzialen im Saft stehst, kannst du für Andere da sein.

Es hat nichts mit Egoismus zu tun, dass du deine Grenzen ernst nimmst und wahrst.

Wer permanent über sein Limit geht, um die Wünsche und Bedürfnisse Anderer zu erfülllen, stresst und schwächt sich.

Eine gesunde Selbstfürsorge ist essenziell wichtig. Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Höre auf deine Intuition, tu dir etwas Gutes und lausche deiner inneren Stimme, die dir intuitiv deinen Weg aufzeigt.

 

In diesem Sinne: welchen Platz du deinem „inneren Kritiker“ zuteilst, entscheidest nur du.

 

Alles Liebe,

Melanie

 

 

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