Eine alte indianische Weisheit besagt: „Wenn du bemerkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.“

 

Leichter gesagt als getan. Aus meiner Erfahrung heraus ist es eine der schwierigsten und komplexesten Entscheidungen, die uns im Leben begegnen: Bleiben oder gehen?
Diese Entscheidung begegnet uns in vielen Bereichen unseres Lebens und ich wage zu behaupten, dass jeder von uns schon einmal vor dieser schwierigen Frage stand.

 
Das kann die Partnerschaft oder Ehe sein, die nicht mehr rund läuft. Die mehr und mehr von Konflikten geprägt ist. Bleiben oder gehen?

 
Das kann aber auch ein Arbeitsplatz sein, der mich nicht mehr erfüllt. Wo sich Strukturen so verändert haben, dass sie nicht mehr zu mir passen. Vielleicht habe ich mich aber auch verändert, so dass sich meine neuen Bedürfnisse nicht mehr so glatt in das Tätigkeitsfeld einfügen. Ebenso kann es aber auch eine Geschäftsidee sein, die ich einst mit Eifer verfolgte, von der ich aber nun feststellen muss, dass diese so in der Praxis aber nicht wirklich funktioniert. Durchziehen oder abbrechen?

 
Möglicherweise ist es aber auch meine Herkunftsfamilie. Vielleicht gibt es dort einen oder mehrere Menschen, mit denen die Kommunikation einfach nicht gelingen will und Zusammentreffen häufig einem Auf-und-Ab gleichen. Bleiben oder gehen?

 

 

Ob sich dieses Dilemma nun im beruflichen oder privaten Kontext abspielt – die indianische Weisheit leuchtet uns ein: Na klar ist es besser abzusteigen, wenn das Pferd eh tot ist.

 

Doch was uns am Absteigen hindert, ist die Frage: Wann genau weiß ich denn, das das Pferd wirklich tot ist?

Vielleicht habe ich ja noch nicht alle Karten ausgespielt.
Vielleicht habe ich noch einen Joker im Ärmel.
Wenn ich jetzt aussteige, dann bereue ich das vielleicht in 5 Jahren.
Welche ungeahnten Konsequenzen bringt ein Abbruch mit sich?

So sind es in der Regel entweder Ängste, die uns eine Entscheidung erschweren oder das Prinzip „Hoffnung“. Prozesse, in die wir viel Zeit, Energie, Liebe, Geduld oder auch Finanzen gesteckt haben, wollen wir nicht so einfach ziehen lassen ohne alles versucht zu haben.
Doch es bleibt die Frage: Was ist „alles“?
Und wer hilft mir in meinem Entscheidungsprozess: das Hirn oder der Bauch – die Ratio oder die Intuition?

Für die „Gefühlsmenschen“ unter uns kann es hilfreich sein, einen Faktencheck durchzuführen:

Sind meine Sorgen begründet?

Gibt es konkrete Anhaltspunkte für meine Befürchtungen?

Für die „Analysten“ unter uns kann es hilfreich sein, der Intuition mehr Raum zu geben:

Wie fühlt sich dieser Gedanke an – beschwerend oder befreiend?

 

Wenn du schon einmal ein totes Pferd geritten bist:

– Konntest du absteigen?
– Was hat deine Entscheidung beeinflusst?
– Welche Auswirkung hatte deine Entscheidung für dich?

 

Alles Liebe und gute Entscheidungen wünscht dir
Melanie

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