Häufig werden im Sprachgebrauch die Begriffe „hochsensibel“ und „hochsensitiv“ äquivalent verwendet. Aus meiner Perspektive kommt es bei der Hochsensitivität zu einer weiteren Komponente neben den für die Hochsensibilität typischen tieffühlenderen Reizwahrnehmungen, nämlich: Hellfühligkeit und -sichtigkeit.

Hochsensitive Menschen haben nicht selten einen steinigen Weg hinter sich. Bereits als Kinder und Jugendliche nehmen sie sich als „anders“ wahr. Glaubt man vielleicht anfänglich noch, dass doch auch andere Menschen fühlen und sehen müssten, was man selbst empfindet, treten die Unterschiede irgendwann einmal deutlich hervor. Der hochsensitive Mensch erkennt, dass die Personen aus seinem Umfeld dazu nicht in der Lage sind.

Was nun folgt, sieht häufig so aus, dass die hochsensitive Person an ihrer Wahrnehmung zweifelt: „Ich kann doch nicht richtig empfinden, wenn es kein anderer außer mir spürt“. Auch Selbstzweifel können die Folge sein.

Mitunter isoliert sich der Hochsensitive, der möglicherweise noch gar nicht darum weiß, dass dieses Phänomen einen Namen besitzt. Er zieht sich sozial zurück, denn wenn er doch einmal über seinen Schatten springt und seine Gedanken und Empfindungen mitteilt, erntet er nicht selten wenig Verständnis für seine Äußerungen und wird als „Spinner“ abgetan.

Erfährt der hochsensitive Mensch in sozialen Gruppensituationen immer wieder derlei negatives Feedback, wird er unter Umständen versuchen, seine Hochsensitivität zu unterdrücken. Aber was da ist, lässt sich nicht einfach ausschalten! Temporär ist dies vielleicht möglich, aber auf lange Sicht, schadet er damit seiner psychischen Balance.

Was ich aber tun kann, ist meine Perspektive zu verändern.

Wo war meine Hochsensitivität wertvoll für mich?

Wo kann ich in der Partnerschaft, Berufswelt oder Kindererziehung meine Hochsensitivität sinnvoll einsetzen?

Wie finde ich ein passendes Berufsumfeld, welches kompatibel mit meiner Hochsensitivität ist?

Wann und wie kommuniziere ich meine Hochsensitivität?

Wie gehe ich liebevoll mit meiner Wahrnehmung um und schaffe es, mich auch mal abzugrenzen?

Als hochsensitiver Mensch mit meiner stark ausgeprägten Intuition und meiner tiefen Empathie bin ich eine Bereicherung für mein Umfeld. Und last but not least:

Hochsensitive gibt es sicherlich nicht wie Sand am Meer, aber alleine bist du nicht!

Du bist gut und richtig so wie du bist!

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