Nachdem ich in einem meiner letzten Blogbeiträge darauf eingegangen bin, woran du erkennst, ob du dich selbst sabotierst, möchte ich dir heute verschiedene externe Saboteure vorstellen. Diese können sich in deinem privaten wie auch beruflichen Kontext befinden.

 

Der Ja-Aber-Typ:

Was du auch vorschlägst, dieser Typus beginnt jede Erwiderung mit einem „Ja-aber“.

⁃ Natürlich kann er sich eine Veränderung vorstellen, aber…
⁃ Sicherlich möchte auch er das Projekt weiterführen, aber…
⁃ Im Prinzip hast du ja recht, aber…

Das „Ja“ könnte man genauso gut weglassen, denn es geht diesem Typus darum, seine Meinung durchzudrücken. Sein vorangestelltes Ja ist Blendwerk oder Fassade.
Die Taktik dahinter: Einlullen und dir den Wind aus den Segeln nehmen.
Sicherlich kennst du diesen Typ auch durch Äußerungen wie
„Du sorry, aber…“.
Wer sich ernsthaft entschuldigen möchte, lässt das Wort „aber“ weg!

Der Wenn-ich-du-wäre-Typ:

Auf den Punkt gebracht: „Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich.“
Ein Typus der gerne mal ungefragt seinen Senf zu allem dazugibt. Gerne verdeckt unter dem Mantel, dass er dir eigentlich nur helfen möchte und nur dein Bestes im Sinn hat. Häufig gekennzeichnet durch einen echten Mangel an Empathie. Würde er diese besitzen, hätte er bemerkt, dass du keinerlei Tipps oder Hilfestellungen erbeten hast.
Kennzeichnend ist auch, dass er jedweden Ratschlag aus seiner Perspektive heraus formuliert. Da dieser Typus sich im Besitze des Heiligen Grals wähnt, kann es nur einen richtigen Weg geben, nämlich seinen!

Der Katastrophisierungs-Typ:

„Wenn du das ernsthaft machst, dann…“
Verlasse bloß nicht deine Komfortzone, denn hinter jeder Ecke lauert Gefahr. Insbesondere wenn du selbst noch zauderst und zögerst, fällt diesem Typus mit Sicherheit noch eine Gefahrenquelle ein, an die du im Traum nicht gedacht hattest. Horrorszenarien und apokalyptische Reiter werden heraufbeschworen.
Schlussendlich ist es jedoch sein/ihr Schreckbild, was er/sie auf dich projiziert.
Lieber „Schema F“ wählen als zu unbekannten Ufern aufbrechen.

Der Opfer-Typ:

Sehr perfide, da er ahnt, wie er dir den Wind aus den Segeln nimmt. Permanent schüttet er sein Herz bei dir aus. Die Kollegen sind schlecht, der Chef ist schlecht und überhaupt: die ganze Welt hat sich gegen ihn oder sie verschworen. Ein typisches Merkmal dieser Gruppe: Beratungsresistenz.
Jammern, weil man Jammern möchte.
Ich würde ja, aber…
Ich könnte ja, aber…
Wenn doch nur, dann…
Oder anders: Wasch mich, aber mach mich nicht nass!
Die Mutter aller Double binds.

Im Grunde hat sich diese Gruppe recht gemütlich in der Komfortzone eingerichtet, bringt es doch Aufmerksamkeit und eine gewisse Form von sekundärem „Krankheitsgewinn“.

Der Supidupi-Typ:

Erkennst du daran, dass grundsätzlich alles bei ihm glatt läuft.
Ärger, Frust, Fehler oder Scheitern? Kennt er nicht.
Zumindest würde er das niemals posten oder anderweitig kommunizieren.
Dann bekäme ja die aalglatte Fassade einen Riss.
Lebenskrisen? Haben andere, aber er doch nicht.
Seine/ihre Welt ist perfekt, doch auch ein wenig zu glatt gebügelt, um wirklich authentisch zu sein.

Obige Auflistung ist natürlich plakativ.

Unterscheiden möchte ich deshalb hier zwischen denjenigen, die temporär mal in diese Rolle rutschen, dieses bemerken und Gegenmaßnahmen einleiten und
denjenigen Personen, die ihre „Rolle“ als Lebensaufgabe verstehen, sich ihr Motto auf die Fahne geschrieben haben und dieses gar nicht reflektieren wollen.

Doch was mache ich nun, wenn ich solche Typen in meinem Umfeld habe?

In der Regel ist es vergebene Liebesmüh, wenn man seine Energie darauf verwendet, andere Menschen ändern zu wollen.

Der Ansatzpunkt bist also DU. Wer tut dir gut und mit wem umgibst du dich gerne? Dann mehr davon. Wer aber sabotiert dich und klaut dir deine Energien? Dann weniger davon. DU entscheidest, wer in dein näheres Umfeld darf.

Und welche Saboteure sind DIR in deinem Leben begegnet?

Alles Liebe,
Melanie

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