In einem Song von Kerstin Ott heißt es:
„Sie ist die eine die immer lacht“.

Beschrieben wird ein Mensch, der vordergründig gut gelaunt ist.
Ein Mensch, der möchte, dass andere Personen ihn als positiv wahrnehmen, obwohl es tief in seinem Inneren völlig anders aussieht – jener, der Weinen nur zulässt, wenn er alleine ist.
Warum tut ein Mensch dieses?
Die Gründe dafür sind so vielfältig und individuell wie der Mensch selbst.

Vielleicht kämpft dieser Mensch gegen seine dunklen Gefühle und möchte diese nicht wahrhaben.
Vielleicht schämt er sich und möchte seine Gedanken nicht preisgeben.
Vielleicht ist es ihm peinlich, wenn andere Menschen seine „Schwächen“ erkennen.
Vielleicht denkt er, dass er für Andere stark sein MUSS – er möchte z. B. Familienangehörigen keinen Kummer bereiten.
Vielleicht hat er aber auch trotz seines Lächelns, seines Zuhörens, seiner Liebe für Andere die Hoffnung aufgegeben, dass ihm geholfen wird.
Man möchte nicht nerven, jammern, anecken.

Oft verbirgt sich hier auch die Angst vor Zurückweisung: subtile Hilferufe werden übersehen, zarte Versuche werden weggebügelt, vor Jahren festgelegte Rollenmuster festigen sich mehr und mehr. Die Hoffnungslosigkeit bahnt sich ihren Weg.

Und so landet die Aufmerksamkeit oft bei den Lauten, den Extrovertierten, den Krawallern.

Aber auch die Stillen senden Signale aus, nur eben nicht auf schillernde, schrille oder übergriffige Art und Weise.
Tapfer verschenken sie weiterhin ihre Liebe, ihre Aufmerksamkeit und ihre Geduld an die Kinder, den Partner, die Freunde – tolerieren ihr Geben ohne zu nehmen.

In einer Redensweisheit heißt es: Nur wer spricht, dem kann geholfen werden.

Auch die Stillen sprechen, nur nutzen sie oft andere kommunikative Wege, ihre Gedanken, Gefühle und Ängste mitzuteilen. Das macht es sicherlich nicht immer leicht, sie auf Anhieb zu verstehen. Und oft ist es auch so schön bequem, den einfachen Weg zu wählen; lieber das zwischen-Tür-und-Angel-Gespräch zu führen. Wie schnell kommt ein „Wie geht‘s“ als rhetorische Frage über die Lippen, ohne wirkliches Interesse an den Befindlichkeiten des Gegenübers. Feinfühlige Menschen erspüren dieses Desinteresse oder sprachliche Floskeln sofort.

Schenke einem stillen Menschen Zeit, aufrichtiges Zuhören und ein ehrliches Lächeln. Warum?
Weil du glücklich wirst, wenn du einen anderen glücklich machst.
Weil Zeitschenken ein extrem wichtiges Gut in unserer heutigen Zeit ist.
Weil du ein tiefsinniges und authentisches Gespräch als Dankeschön bekommst.

Alles Liebe,
Melanie

www.smartemotions.de

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