Bist du bereit für eine Persönlichkeitsentwicklung?

 

Was auch immer es sein mag: eine schon länger anhaltende Krise, ein negativer roter Faden, der dich schon länger begleitet, eine familiäre Überforderung oder eine berufliche Frustration – du bist möglicherweise an einem Punkt, wo du merkst, dass du dich ohne professionelle Unterstützung im Kreise drehst.

Deine Überlegungen gehen in Richtung Coaching, Supervision oder Therapie.

 

An dieser Stelle schon einmal ein dickes Schulterklopfen! Sich zu entschließen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, erfordert Mut. Immer noch wird viel zu häufig das Einzelkämpfer-Dasein gesellschaftlich heroisiert. Mitunter wird es als persönliche Niederlage gesehen, etwas nicht aus eigenen Stücken geschafft zu haben. Augen-zu-und-durch-Parolen kommen aus dem Außen.

 

Sich dennoch, aller Unkenrufe zum Trotz, zu bekennen, dass man sich einen temporären Begleiter, Unterstützer und Helfer wünscht, zeugt von Standing, Beharrlichkeit und Reflexionsgabe.

 

Zurückkommend auf meine Frage „Bist du bereit für eine Persönlichkeitsentwicklung“, schaue dir folgende Fragen vor deinem ersten Besuch beim Coach oder Supervisor an und beantworte diese für dich ehrlich.

 

  • Möchte ich der Regisseur meines Lebens sein?

 

Oder anders gefragt: Bist du bereit, Verantwortung für dich, für deine Handlungen, für dein Leben zu übernehmen?

Ein Coach kann dich dabei unterstützen, aber er löst nicht deine Schwierigkeiten für dich. Vielmehr gibt er dir das nötige Rüstzeug an die Hand, um dich zu befähigen, eigenverantwortlich deine Baustellen anzugehen.

Bist du auch dazu bereit, in der gemeinsamen Arbeit, deinen eigenen Anteil zu reflektieren – so unangenehm dies unter Umständen auch sein mag?

Es wird nicht der Coach sein, der mit deinem Vorgesetzten, deiner Schwiegermutter oder deinem Kollegen spricht. Aber er wird dich in die Lage versetzen, mit dir üben, trainieren und dir unterstützend die Hand reichen, wenn dich die Arbeit zu überfordern droht.

Das Umsetzen, das Handeln, das Anpacken, das Tun ist dein Anteil.

 

  • Kenne ich das Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass-Prinzip?

 

Oder anders gefragt: Bist du bereit, aus der Komfortzone heraus den nächsten Schritt in die Lernzone zu wagen?

Der Prozess der Persönlichkeitsentwicklung kann aufreibend, hart und manchmal auch tränenreich sein. Es kann bedeuten, dass ich mich von Gewohntem verabschieden muss, um neue Türen zu öffnen. Alte Glaubenssätze, die dir möglicherweise einst als Fundament dienten, müssen neu justiert werden. Dies alles kann Ängste, Wut und Trauer hervorrufen.

Ein Coach weiß darum und lässt Dir dein Tempo. Aber Wunder vollbringt auch dein Coach nicht. Veränderung ohne etwas zu ändern (Wasch mich, aber mach mich nicht nass) funktioniert nun einmal nicht. Er schubst dich nicht ins kalte Wasser, aber er ermutigt dich – sanft stupsend – dein authentisches Ich zu finden und auszuleben.

 

  • Bin ich bereit, MEIN Leben zu leben, MEINE Werte zu vertreten und MEINE Ziele zu verfolgen?

 

Klar geht das auch glattgebügelt, aber ist dies wirklich dein Lebensentwurf? Oftmals suchen wir Bestätigung und Anerkennung im Außen. Polieren dafür an unseren Ecken und Kanten – zahm und lieb. Doch was bedeutet dieses langfristig? Dass du möglicherweise die Vorstellungen anderer lebst. Dass du unter Umständen deine Visionen downsized. Dass du den Gedanken schrecklich findest, dass du mit der Verwirklichung deiner Träume jemandem auf den Fuß treten könntest.

Du bist erwachsen, du bist groß! Wenn du deine Ziele und Wünsche verfolgst, musst du dann Rechenschaft ablegen?

Deine Persönlichkeitsentwicklung wird unweigerlich Konsequenzen im Außen nach sich ziehen. Manche Menschen werden nicht begeistert sein, manche sich gar abwenden.

Bist du bereit für deinen nächsten Schritt?

 

Alles Liebe,

Melanie

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